Autor: Prof. Dr. Bernd Voigt
Viel ist nachgedacht und geschrieben worden über Kreativität. Etwa wie man kreatives Denken nutzt, um neue Geschäftsideen an den Tag zu bringen oder wie Prozesse des Ideengebärens ausschauen. Doch ist die Idee einmal aufgetaucht, wie geht es dann weiter?
Unter einer Geschäftsidee (gr. εiδος (eidos) / iδέα (idea) = Vorstellung, Urbild) versteht man eine geistige Vorstellung von neuen Geschäftsmöglichkeiten. Was sollte eine Geschäftsidee bereits besitzen, damit sie eine gute Chance für eine erfolgreiche Umsetzung besitzt, und worin bestehen die nächsten Schritte? Bekanntlich existieren Unternehmen nur insoweit wie sie Kunden besitzen und in der Lage sind, für ihre Kunden Mehrwert zu erzeugen. Diesen Mehrwert nennt man auch den Kundennutzen. Eine Geschäftsidee liefert vor allem anderen ein Bild von den Kunden und ihren Bedürfnissen.
Es ist nicht die Detailtiefe oder Schärfe des Bildes, die die besseren Ideen von den weniger guten trennt. Ideen dürfen ruhig vage sein, manche Details können zu einem späteren Zeitpunkt nachgetragen werden. Zwei Dinge bleiben entscheidend, jedenfalls soweit es um Geschäftsideen geht: Wer sind die Kunden und worin besteht der Kundennutzen?
Kunden und ihre Bedürfnisse, das ist der Kern einer jeden erfolgreichen Geschäftsidee. Das gilt für den Bratwurststand wie für den tüftelnden Ingenieur. Wer seine Kunden nicht kennt oder nicht versteht, läuft Gefahr am Markt vorbei zu agieren. Es ist intellektuell herausragend und sicher auch befriedigend, sich ein Verfahren zu ersinnen, mit dem man Geräusche wie auch Musik platzsparend und effizient codieren und wieder decodieren kann. Man denke etwa an das mp3 Verfahren. Eine Geschäftsidee wird daraus erst, wenn ein klares Bild von potenziellen Kunden und deren Bedürfnissen vorhanden ist und die Frage beantwortet werden kann, wie der Kundennutzen erzeugt wird.
Eine weitere Konkretisierung erhält die Geschäftsidee durch den Businessplan. Der Businessplan ist eine schriftliche Zusammenfassung des unternehmerischen Vorhabens und weist einen weitaus höheren Detaillierungsgrad auf als die reine Geschäftsidee. Neben qualitativen Ausführungen enthält der Businessplan auch quantitative Größen wie eine Finanzplanung, typischerweise für die ersten fünf bis zehn Jahre.
Im Businessplan wird genau beschrieben, wie der angestrebte Kundennutzen erzeugt werden kann. Als Kernpunkt enthält der Businessplan konkrete Angaben über potenzielle Kunden, das Marktumfeld, eine Wettbewerbsanalyse, den Vertrieb sowie die Produktion. Dabei werden auch die betriebswirtschaftlichen Aspekte dargestellt.
Der Businessplan wirkt nach innen, indem er den Beteiligten hilft, die Ausgangsidee zu schärfen, kritisch zu beleuchten und widerspruchsfrei darzustellen. Er wirkt aber auch nach außen, da er ein unverzichtbares Dokument ist, um Geschäftspartner und Geldgeber von der Nachhaltigkeit der Geschäftsidee zu überzeugen.
Die für den Businessplan notwendige Fokussierung auf den Kundennutzen ist eine wertvolle Übung, deren Lehren sich auch im nachfolgenden Tagesgeschäft als hilfreich erweisen werden, wenn sie beachtet werden!
PDF-Version: Von der Geschäftsidee zum Businessplan.